/ RESTAURIERUNGSBEISPIELE

Pfarrkirche Hl.Franz Xaver, Jonen, Kt.AG

Oetenbachgasse, Architekturbemalung, Zürich

Schlosskapelle Hilfikon, Decken- und Wandmalereien, Kt.AG

Kapelle St.Bartholomäus Salaschigns, Parsonz, Kt.Graubünden

Thronende Madonna, (17.Jh.)

Madonna mit Kind, (7.Jh.)

 

 

Pfarrkirche Hl.Franz Xaver Jonen Kt.Aargau

-1804-1808 Kirchenneubau 
-1815 Hochaltar
-1817 Seitenaltäre ( Bildhauer Nikolaus Häliger Reiden, Fassmaler Jakob und Wolfgang Villiger, Fenkrieden, Sins)
Altarblätter und Stationenweg von Johann Kaspar Moos um 1804 gemalt

Die Kirche wird 2001innen und aussen restauriert. In unserem Atelier werden die 6 Altarbilder und 14 Gemälde des Stationenweges konserviert und restauriert.

Johann Kaspar Moos geb.21.4.1774 Zug, gest.21.8.1835, Portrait und Historienmaler, Ausbildung in Rom und Turin, Lehrer von Paul Deschwanden.
Hochaltarbild "Krönung Marias"

Erwähnt sind zwei grössere Restaurierungen: 1945 und 1965.
Wie die Untersuchung im Atelier ergab, wurde bei allen Gemälden praktisch der ganze Hintergrund übermalt. Figürliche Bereiche wurden meistens nur leicht lasierend übergangen, ausser beim Hochaltarbild, wo auch kompositorische Änderungen vorgenommen wurden. Wir vermuten, dass diese Arbeiten während der Restaurierung von 1945 gemacht wurden. 1965 wurden die Bilder konserviert und leicht gereinigt.
Da keine grösseren Beschädigungen der originalen Malschicht bei Stichproben festgestellt wurden, beschloss die Bauherrschaft und Denkmalpflege die Übermalungen abzulösen und die Bilder in ihrem originalen Zustand zu zeigen.

Kurze chronologische Auflistung der Arbeiten, welche an den Stationen vorgenommen werden.
Stationen Nr.6 und 13 vor der Restaurierung.
Während der Restaurierung von 1966 wurde die Farbschicht grossflächig konserviert, jedoch mangels technischer Einrichtungen konnten die losen Farbschüsseln nur teilweise niedergelegt werden. Das damalige Konservierungsmittel konnte regeneriert werden und die Malschicht besser gefestigt und auf dem Niederdrucktisch niedergelegt werden (Streifflichtaufnahme). Danach konnte der Schmutz und die Überarbeitungen, welche vor allem im Himmel vorhanden waren abgelöst werden. Nachdem die Übermalungen entfernt wurden, bestätigte sich, dass die originale Malschicht praktisch unbeschädigt war.
Schlussaufnahme der Stationen Nr.6 und 13.

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Oetenbachgasse  5, Zürich, Wand und Deckenmalereien

Um 1922/23 wurde die Ausmalung das erstemal entdeckt und auf einer Skizze festgehalten. Bei neuerlichen Renovationsarbeiten wurden dann  unter einem Holztäfer die bemalten Decken und Wände gefunden. 
Um 1629 wurde das Haus mit einem Geschoss aufgestockt. Während derselben Renovation wurden alle Stockwerke festlich mit Ornamentmalereien ausgemalt. In den unteren Geschossen konnten davon nur noch Spuren gefunden werden. Im obersten Geschoss hingegen sind die Malereien in einer ungewöhnlichen Gesamtheit vorhanden. Neben einem grossen Zimmer mit farbenfroher Ausmalung ist das kleinere Zimmer auf der südlichen Seite etwas bescheidener ausgemalt. Die Bauherrschaft entschloss sich, das ganze Geschoss so umzubauen, dass die Malereien sichtbar bleiben können.

Im grossen und ganzen ist die Malerei in einem erstaunlich gutem Zustand. Durch die Jahre hat die Farbe teilweise ihre Bindekraft verloren. Ebenfalls blättert sie sehr stark in Richtung der Holzmaserierung. Durch Wassereinbrüche, ist vor allem den Aussenwänden entlang, die Malerei teilweise stark abgewaschen und es haben sich viele Wasserränder gebildet. Einige Bretter wurden dabei immer wieder so nass, dass sie durchgefault sind. 

In einem ersten Schritt wird nun die Malerei mit einem Vlies und einem Bindemittel geschützt und gesichert. Danach werden mit Kompressen die Verschmutzungen und die Wasserränder herausgelöst. 

Nach der Reinigung und einer erneuten Festigung der Malereien wurden die Putzfehlstellen bei den Ausfachungen ergänzt. In  der Wandbemalung wurden die kleineren Fehlstellen retuschiert. Die grösseren, fehlenden Zonen bei den Fenstern konnten etwas heller rekonstruiert werden.

In der bemalten Decke werden kleinere Fehlstellen, in intakter Malerei, komplett retuschiert. Grössere zerstörte Zonen nur in den grossen Umrisslinien farblich eingepasst. Aufnahme mit grösseren, schon retuschierten Abschnitten, neben Teilen, wo noch nichts retuschiert ist.

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Schlosskapelle Hilfikon AG

Franz Viktor Augustin von Roll liess um 1750 die spätgotische Kapelle abreissen und unter Verwendung von Mauern und Keller des Okonomiegebäudes eine neue Kapelle errichten. Im Chor liess F.V.A. von Roll (Ritter des heiligen Grabes) eine Nachbildung der jerusalemischen Heiliggrabkapelle bauen. Unmitelbares Vorbild ist das heilige Grab in der 1644 geweihten Kapelle Kreuzern bei Solothurn (Grabkirche der von Rolls). 

Die Wand- und Deckenmalereien wurden von Franz Anton Rebsamen um 1752 gemalt.

Der Einsiedler Bildhauer Johann Babtist Babel schuf den Altar.

1901 wurden die Decken- und Wandmalereien übertüncht. 1959/60 wurden sie bei einer Gesamtrenovation wieder freigelegt. die ziemlich dicke Übertünchung wurde dabei grosszügig mit einem Spachtel abgestossen. Dabei wurde oft die Malerei ziemlich stark beschädigt. Neben fast komplett erhaltener Malerei gibt es Zonen, wo die oberste Malschicht fast komplett abgekratzt ist. Diese Schäden und die verbliebenen Reste der Tünche wurden dann meist grossflächig übermalt. Vermutlich wurde als eine Sicherungsmassnahme ein Leim über diese schadhaften Stellen gestrichen. Dieser Leim und vermutlich ein Bindemittelüberschuss in den Retuschierfarben bewirkten, dass sich die Retuschen ablösten und abzurollen begannen. Die starken Kräfte, die dabei auf die darunter liegende, schon beschädigte Malschicht einwirken sind enorm und drohen weitere originale Malerei abzureissen.  
Die Wand- und Deckenmalereien im Chor werden von der Restaurierung von 1959/60 befreit. Das heisst, die Retuschen und Übermalungen werden abgenommen. Ebenso die dazwischen liegende Leimschicht. Alte Gipsflicken in den Malereien werden teilweise entfernt. Hohler und loser Putz wird hintergossen und wieder fixiert. Ebenso wird der leicht sandende Putz und schwachgebundene Farbschichten gefestigt. Anschliessend werden die Fehlstellen nach Absprache mit Bauherrhschaft und Denkmalpflege retuschiert und ergänzt.

Vermutlich sind die Malereien im Schiff in der Zwischenzeit schon einmal restauriert worden. Sie sind mit einer Leiter gut zugänglich und wurden der grossen Abplatzungen wegen vermutlich schon einmal bearbeitet. Sie zeigen einen stark verbräunten Überzug, welcher die Malereien eher in Richtung einer Ölmalerei drückt. Da aber diese Malereien nicht die enormen Schäden wie die Malereien im Chor zeigen, werden sie nur konservatorisch behandelt.

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Kapelle St.Bartholomäus Salaschigns, Parsonz Kt.Graubünden

Die Kapelle wurde 1595 geweiht und 1662 renoviert. Kreuzgewölbter Chor von 1595, die Malereien stammen von 1662. Im rechteckigen Schiff eine Leistendecke von 1660. Im Hochaltar von 1662 die Skulptur vom Hl.Bartholomäus um 1510.

In unserem Atelier wird der Hauptaltar restauriert. Er wurde 1905 dass letzte mal renoviert. Dabei wurde einzelne Teile neu gefasst. Vor allem wurde über viele der Flachschnitzereien eine Goldbronze gestrichen, welche heute stark oxidiert ist. Darunter konnten bis jetzt keine Vergoldungen sondern eine freie, malerische Bemalungen festgestellt werden. Grosse Flächen, welche einmal blau waren, sind rot oder beige überstrichen worden. Die Marmorierung ist original, jedoch zeigen viele Profile eine neue Farbgebung. Die Skulptur des Hl.Bartholomäus wurde ebenfalls komplett neu gefasst. Neben einer starken Verschmutzung sind grosse Teile durch einen stark vergilbten Firnis in ihrer Farbigkeit gestört. Die einst praktisch matt aufgetragene Farbe hat ihre Bindekraft grösstenteils verloren. Sie pudert stark und blättert teilweise in grossen Schollen ab.

Nach umfangreichen Untersuchungen wurde beschlossen, die Überarbeitungen von 1905 abzulösen. Vor allem wurden damals verblasste Farbflächen neu gestrichen und viele Ornamente, alle Reliefs und Profile mit einer Goldbronzefarbe überstrichen. Darunter ist die originale Fassung zum grössten Teil noch vorhanden. 

Die losen Malschichten wurden gesichert und niedergeklebt. Die vergilbten Firnisschichten wurden abgelöst. Bei dieser Aufnahme wurde die rechte Hälfte des Auszuges ist von den späteren Übermalungen befreit. Wunderschön leuchtet hier die blaue Smalteschicht. Die Fehlstellen in den Farbschichten werden gekittet und retuschiert. Fehlende Schnitzereien werden ergänzt und neu gefasst. Detail aus dem Architrav mit freigelegtem und gekittetem Drachen. Detail des Architravs mit Drachen nach den Retuschierarbeiten.

Die Skulptur des hl. Barholomäus wurde ebenfalls von den Zutaten aus dem 20.Jahrh. befreit. die Fehlstellen wurden gekittet und retuschiert.

Der Hochaltar fügt sich in seiner originalen Farbgebung perfekt in den ebenfalls restaurierten Chorraum  mit seinen herrlichen Fresken ein.

 

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Thronende Madonna (17.Jh.)

Diese Skulptur wurde in den Jahren um 1950 aus dem Handel angekauft. Viele neue Ausbrüche und blätternde Farbschichten bewogen die Besitzer dazu, die Skulptur zu restaurieren. Vermutlich wurde sie auch vor etwa 50 Jahren restauriert. Dabei wurde das fehlende Jesuskind, das Zepter und auch die Konsole neu angefertigt. Die Vergoldungen und Versilberungen wurden dabei mit einer Bronzefarbe imitiert. Das versilberte Untergewand war zu dieser Zeit ziemlich stark oxidiert und wurde deshalb vermutlich als schwarz/braune Farbe erkannt. Infolge dessen wurde das Untergewand mit einer braun/schwarzen Lasur überstrichen um Fehlstellen in der Fassung einzubinden. Somit waren die aufgemalten Blumenmuster nicht mehr erkennbar. Fehlstellen in der restlichen Fassung wurden damals gekittet und grosszügig übermalt. Komplett mit einer dicken Ölfarbe wurde dabei auch die Mantelinnenseite übermalt. Darunter war jedoch noch eine gut erhaltene Azuritfassung vorhanden. Die Skulptur  war stark verschmutzt und ein vergilbter Firnis störte die Farbigkeit. Unter diesem Schmutz und den Überarbeitungen war die Skulptur noch zu 90% mit ihrer originalen Fassung vorhanden.

Bei der Restaurierung wurden blätternde Stellen gesichert. Die Überarbeitungen wurden abgelöst. Ausbrüche wurden gekittet und retuschiert. Nur das Blau der Mantelinnenseite konnte nicht, ohne das Azurit darunter zu zerstören, abgelöst werden und wurde deshalb anhand einem Musterfenster rekonstruiert. In den Metallauflagen wurde die Fehlstellen mit Blattgold geschlossen. Im Untergewand wurde das stark oxidierte Silber mit etwas Weissgoldpuder in Richtung Silber gedrückt. Somit wurden auch die aufgemalten Ornamente wieder besser sichtbar.

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Madonna mit Kind (17.JH.)

Für die neue Gestaltung eines Andachtsraumes wurde in den Beständen des Klosters diese Skulptur gefunden. Bei einer früheren Restaurierung wurden spätere Fassungen abgelaugt. Diese Arbeit wurde sehr grob ausgeführt. Es waren nur noch Resten der originalen Farbe vorhanden. Die ursprüngliche Fassung war sehr reichhaltig. Viele Stoffe imitierten mit Gold- und Silberfäden durchwirkte Tücher. Vergoldungen und Versilberungen waren oft mit Mustern punziert. An vielen Stellen war nur noch das rohe Holz sichtbar. Auf den originalen Farbresten waren aber auch immer noch Resten der verschiedenen Überfassungen sichtbar. Um dieses Durcheinander optisch zu schliessen, wurde alles mit einer dunklen, braunen Lasur überstrichen.
Es wurde beschlossen, dass alle späteren Überarbeitungen restlos entfernt werden sollen. Danach wurden Fehlstellen gekittet und retuschiert. Grössere Teile, bei denen nur noch originale Untermalung vorhanden war, wurden nach den originalen Resten rekonstruiert. Dort wo die Fassung fehlte und nur das Holz sichtbar war, wurde nur flecken im Holzfarbton eingetönt. 

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